Bewerbungstipps

Bewerbung: Der erste Eindruck zählt!

Personalmanager entscheiden nach durchschnittlich 30 Sekunden, ob sie eine Bewerbung interessant finden. Wer in dieser Zeit nicht überzeugt, landet mitsamt seinen Unterlagen auf dem Absagestapel. Professionelle Bewerbungsunterlagen – korrekt, vollständig und in der gewünschten Form übermittelt – sind hingegen Ihr Türöffner zum Bewerbungsgespräch.

Bewerben Sie sich nur über das Medium, das in der Stellenanzeige explizit genannt wird. Wer seine Unterlagen in Papierform übermittelt, obwohl eine Online‐Bewerbung gewünscht ist, verspielt unnötig Sympathiepunkte.

Vollständige Unterlagen

Idealerweise setzt sich Ihre Bewerbung zusammen aus einem Anschreiben, dem Lebenslauf, Schul‐ und Ausbildungsnachweisen (andere Nachweise wie Führerschein, wenn erwünscht) Arbeitszeugnissen und eventuell einem Motivationsschreiben. Lesen Sie weiter unten, worauf Sie beim Verfassen und Zusammenstellen der Dokumente achten müssen.

 

Telefoninterview

Hat Ihre Bewerbung die 30‐Sekunden‐Hürde genommen, wartet oft die nächste Herausforderung: Sie werden telefonisch kontaktiert. Bereiten Sie sich darauf vor, dass Ihnen bereits in dieser Phase des Bewerbungsprozesses konkrete Fragen gestellt werden. Sie sollten vor allem auf die Frage, warum Sie sich für den Job interessieren, eine passende Antwort parat haben. Wenn man Sie nicht erreichen konnte, rufen Sie am Besten innerhalb von ein bis maximal zwei Tagen zurück.

 

Selbstsicher beim Vorstellungsgespräch

Sie haben eine Einladung zum Bewerbungsgespräch erhalten. Falls Sie jetzt nervös werden: Das ist völlig normal! Aber je besser Sie sich auf den großen Tag vorbereiten, desto sicherer werden Sie auftreten. Informieren Sie sich zeitgerecht, beispielsweise auf der Unternehmenswebsite, über Ihren potenziellen Arbeitgeber. Spielen Sie in Gedanken durch, wie Sie mögliche Fragen beantworten würden. Bereiten Sie sich eine kurze Selbstpräsentation vor, damit Sie für Aufforderungen wie „Erzählen Sie über sich selbst.“ gewappnet sind. Üben Sie mit der Familie oder mit Freunden das Vorstellungsgespräch. Bereiten auch Sie Fragen an Ihr Gegenüber vor: In welchem Umfeld würden Sie arbeiten, gibt es Sozialleistungen, welche Aus‐ und Weiterbildungsmöglichkeiten werden angeboten, ...?

Die Frage, warum gerade Sie eingestellt werden sollten, beantworten Sie am besten, indem Sie auf die Anforderungen an die Position und das damit verbundene Aufgabengebiet eingehen: Streichen Sie heraus, welche Ausbildung, Sprachkenntnisse, EDV‐Kenntnisse etc. Sie mitbringen und welche Berufserfahrung in dem jeweiligen Aufgabengebiet Sie bereits gesammelt haben. Signalisieren Sie auch, dass Sie eventuelle Mängel durch Lernbereitschaft ausgleichen. Weitere Fragen, die Ihnen beim Vorstellungsgespräch gestellt werden könnten, sind:

  • Wo sehen Sie sich in den nächsten fünf bis zehn Jahren in beruflicher Hinsicht?
  • Warum haben Sie sich für Ihre Ausbildung entschieden?
  • Was wäre für Sie ein Kündigungsgrund?
  • Welche Erwartungen stellen Sie an Ihren Arbeitgeber bzw. Ihren direkten Vorgesetzten?

Bei der Frage nach Ihrer Gehaltsvorstellung nennen Sie nicht nur einen konkreten Geldbetrag. Berücksichtigen Sie auch zusätzliche Leistungen wie Betriebsküche, Essensmarken, Vergünstigungen bei Versicherungen, Fitnessangebote etc. Können Sie sich mit Ihrer Vorstellung nicht durchsetzen, fragen Sie, wie Sie sich entwickeln müssten, damit Ihre Vorstellungen gerechtfertigt wären.

Beantworten Sie bitte alle Fragen, die Ihnen gestellt werden. Eine Antwort zu verweigern oder darauf hinzuweisen, dass das Stellen einer gewissen Frage (z. B. nach Ihrer Familienplanung) nicht legitim ist, schadet mehr, als eine ehrliche Antwort zu geben. Es könnte sonst der Eindruck entstehen, dass Sie etwas zu verbergen haben.

Bedanken Sie sich am Ende des Gesprächs für die Einladung und – falls noch keine Entscheidung getroffen wurde – fragen Sie, wann Sie mit einer Entscheidung rechnen können. Wenn Sie bereits im Gespräch eine Zusage erhalten, können Sie sich etwas Bedenkzeit erbeten. Falls Sie noch andere Angebote oder Vorstellungsgespräche haben und das Ihrem Gegenüber auch offen legen möchten: Erklären Sie, dass Sie in Ruhe die richtige Entscheidung treffen wollen.

 

Pünktlichkeit

Damit Sie pünktlich sind, bringen Sie in Erfahrung, wie viel Anfahrtszeit Sie einplanen müssen. Ob es Parkplätze am Firmengelände gibt, oder ob Sie eventuell noch Zeit für die Parkplatzsuche und einen kurzen Fußmarsch einrechnen müssen.

 

Äußeres Erscheinungsbild

Ein gepflegtes Erscheinungsbild ist unerlässlich. Kommen Sie frisch geduscht, mit sauberen Händen sowie Nägeln und einer ordentlichen Frisur zum Gespräch. Achten Sie auf Ihr Outfit: Sie signalisieren auch über die Kleidung, was Ihnen der Job bedeutet. Der Stil sollte der Position und dem Unternehmen angemessen, die Kleidung nicht beschädigt und das Schuhwerk geputzt sein. Sie gehen auf Nummer sicher, wenn Sie eher over‐ als underdressed erscheinen!

 

Authentizität

Bleiben Sie ehrlich und authentisch. Nur so kann Ihr Gesprächspartner Ihre Persönlichkeit realistisch einschätzen. Fragen nach Ihren Stärken und Schwächen beantworten Sie am besten, indem Sie praktische Beispiele anführen. Sehr menschlich ist zum Beispiel die Hemmung, vor großem Publikum zu sprechen – sofern dies für Ihre künftige Position kein Auswahlkriterium ist, stößt diese Schwäche sicher auf Verständnis. Beziehen Sie sich bei Ihren Stärken auf den beruflichen Bereich. Schwächen können durchaus aus dem privaten Bereich stammen.

Lebenslauf & Co

Ihr Anschreiben verfassen Sie besser im Mail direkt, als in einem eigenen Dokument. Versenden Sie keinesfalls ein E‐Mail ohne Text, nur mit Anhängen. Vermeiden Sie außerdem Standardmails oder einen zu saloppen Stil. Die üblichen Höflichkeitsformen - vor allem in Bezug auf Anrede und Grußformel - sollten Sie unbedingt einhalten. Das Anschreiben ist im Idealfall nicht länger als eine Viertelseite. Streichen Sie darin heraus, warum Sie glauben, die geforderten Qualifikationen mitzubringen. Verzichten Sie auf Standardfloskeln à la „mit großem Interesse habe ich Ihr Stelleninserat gelesen…“. Vergessen Sie nicht, eine Signatur mit Ihren Kontaktdaten anzufügen.

Anschreiben

Ihr Anschreiben verfassen Sie besser im Mail direkt, als in einem eigenen Dokument. Versenden Sie keinesfalls ein E‐Mail ohne Text, nur mit Anhängen. Vermeiden Sie außerdem Standardmails oder einen zu saloppen Stil. Die üblichen Höflichkeitsformen - vor allem in Bezug auf Anrede und Grußformel - sollten Sie unbedingt einhalten. Das Anschreiben ist im Idealfall nicht länger als eine Viertelseite. Streichen Sie darin heraus, warum Sie glauben, die geforderten Qualifikationen mitzubringen. Verzichten Sie auf Standardfloskeln à la „mit großem Interesse habe ich Ihr Stelleninserat gelesen…“. Vergessen Sie nicht, eine Signatur mit Ihren Kontaktdaten anzufügen.

 

Lebenslauf

Hier listen Sie, am besten tabellarisch, Ihre beruflichen Erfahrungen und Qualifikationen auf. Beginnen Sie dabei mit Ihrer aktuellen Tätigkeit. Den Lebenslauf versehen Sie außerdem mit einem aktuellen Foto, das Sie idealerweise von einem Profi machen lassen.

Der Lebenslauf selbst sollte kurz, prägnant und aussagekräftig formuliert sowie mit einem aktuellen (seriösen) Foto versehen sein. Führen Sie die Beschäftigungszeiten so ausführlich wie möglich an (MM.JJJJ - MM.JJJJ), daneben natürlich den Arbeitgeber und die Position, die Sie im Unternehmen hatten, sowie die wichtigsten 3-4 Aufgaben, die damit verbunden waren. Der Austrittsgrund kann ohne weiteres angeführt werden, wenn er nicht zu Ihrem Nachteil ist. Erklären Sie ggf. auch Lücken in Ihrer Chronik (z.B. Weiterbildungen, Auslandsaufenthalte etc.).

Wenn Sie nach Ihrer Ausbildung in das Berufsleben einsteigen, führen Sie auch Praktika, Projekte etc. an. Diplomarbeiten sollten Sie neben dem Titel auch eine Kurzbeschreibung beilegen, da der Titel alleine oft nicht aussagekräftig ist. Bereiten Sie jedenfalls für das persönliche Gespräch eine Kurzpräsentation vor.

Zusätzlich führen Sie im Lebenslauf auch Sprach- und EDV-Kenntnisse an und erwähnen Sie auch Ihre Hobbies und eventuelle ehrenamtliche Tätigkeiten. Insgesamt sollte der Lebenslauf nicht mehr als 2 Seiten umfassen.

Zusätzliche Dokumente: Alle Dokumente Ihrer Bewerbung sollten mit Namen und Erreichbarkeit versehen sein, damit der Kontakt zu Ihnen schnell und einfach aufgenommen werden kann. Halten Sie die Datenmenge in Ihrer elektronischen Bewerbung so gering wie möglich (jedenfalls Lebenslauf und Foto), alle übrigen Unterlagen (Ausbildungsnachweise, Zertifikate, Kursbestätigungen etc.) können beim persönlichen Gespräch nachgereicht werden.

Der Lebenslauf soll folgendes enthalten:

  • Kontaktdaten (Name, Adresse, Telefon, Geburtsdatum und -ort, Familienstand)
  • Portraitfoto (seriös, freundlich, offen)
  • Wehr- bzw. Zivildienst
  • Ausbildung (tabellarisch, mit der aktuellsten beginnen)
    Schule: Schultypen und Abschluss
    Hochschule: Fächer, Schwerpunkte, Abschlussarbeit
  • Berufliche Praxis (tabellarisch, mit der aktuellsten beginnen)
    Unternehmen, Tätigkeit, Orts- und Zeitangaben
  • Weiterbildung (Kurse, Lehrgänge)
  • Besondere Kenntnisse (Fremdsprachen, Computer, Soft Skills, …)
  • Hobbies und private Interessen
  • Datum, Ort und Unterschrift

Der Europass ist in insgesamt 13 Ländern als Standard anerkannt und wurde entwickelt, um Arbeitsuchenden die detaillierte Dokumentation ihres Werdegangs zu erleichtern. Er besteht aus insgesamt 5 Dokumenten (Lebenslauf, Sprachenpass, Mobilitätsnachweis, Zeugniserläuterung und Diplomzusatz) und steht in mehreren Sprachen zur Verfügung. Der Europass Lebenslauf steht unter www.europass.at/lebenslauf in mehreren Sprachen online zur Verfügung (Sprachauswahl nach Öffnen des Online-Formulars möglich).

 
Zeugnisse

Für jeden Kurs, für jede Teilnahme an Veranstaltungen, Seminaren etc. gibt es mittlerweile Zeugnisse und Zertifikate. Je mehr Interesse Sie an Weiterbildung haben, desto besser für Sie und für Ihre beruflichen Chancen.

Für Ihre Bewerbungsmappe sind aber lediglich die Zeugnisse interessant, die für die optimale Erfüllung der angestrebten Stelle wichtig sind - relevante Schul- und Studienabschlüsse, Zeugnisse von Weiterbildungsmaßnahmen, die Ihre Qualifikation für die Stelle unterstreichen und Arbeitszeugnisse der beruflichen Stationen, die Ihre Erfahrung im angestrebten Bereich dokumentieren.

Liste der relevanten Zeugnisse:

  • Schulabschlusszeugnis
  • ggf. Ausbildungsabschlusszeugnis
  • ggf. Hochschulzeugnis/Diplom
  • ggf. aussagekräftige Praktikumnachweise
  • ggf. Arbeitszeugnisse
  • besondere Zertifikate über Fort- und Weiterbildungen
  • Referenzen (Ihres letzten Chefs, Ihres Professors, Ihrer Auftraggeber)
 
Motivationsschreiben

Ein Motivationsschreiben, neben Anschreiben und Lebenslauf die sogenannte dritte Seite einer klassischen Bewerbung, gibt Ihnen Raum, Ihre Bewerbung persönlicher zu gestalten. Dabei können Sie Ihre Motivation, Argumente für Ihre Eignung oder wichtige Stationen Ihres Lebenslaufs noch besser herauszustreichen.

 

Anhang

Verschicken Sie nicht jedes Dokument einzeln, sondern fassen Sie Ihre eingescannten Schul‐ und Arbeitszeugnisse in einer PDF‐Datei zusammen. Das ist übersichtlicher und der Empfänger muss weniger Dateien herunterladen und öffnen. Verwenden Sie sinnvolle und eindeutige Dateinamen: Also nicht nur "Lebenslauf.pdf", sondern "Lebenslauf_Max_Mustermann.pdf". Achten Sie auf die Größe der Datei, maximal zwei bis drei Megabyte sind völlig in Ordnung.

 

Bitte keine WordDateien!

Wenn Sie Ihre Online‐Bewerbung zusammenstellen, speichern Sie Ihre Dokumente abschließend als PDF ab. Wer sein Anschreiben und den Lebenslauf als Word‐Datei verschickt, läuft Gefahr, dass seine Daten beim Empfänger anders ankommen, als er sie formatiert hat.


Unser letzter Tipp:

Sie haben viel Zeit und Mühe in die professionelle Erstellung Ihrer Bewerbungsunterlagen gesteckt. Es wäre schade, wenn sich Ihre Chancen wegen eines „Hoppalas“ zum Schluss reduzieren: Vergewissern Sie sich vor dem Versand, dass Sie sämtliche PDFs und Dokumente tatsächlich angehängt haben. Und dann: Viel Erfolg!

Gehalt

Gehaltsverhandlungen sind nie einfach und gehören auch nicht zum beruflichen Alltag. Es ist daher ganz normal, wenn Sie vor dem Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten nervös sind. Machen Sie sich bewusst: Sie fordern nicht einfach mehr Geld, sondern Sie haben mit Einsatz und Leistung überzeugt und wünschen sich dafür Anerkennung in Form eines höheren Gehalts bzw. mehr Lohns.

Gehen Sie taktisch vor!

Vereinbaren Sie erst einen Termin mit Ihrem Vorgesetzten, wenn Sie genau wissen, was Sie wollen und wie Sie Ihren Wunsch argumentieren können. Sie haben sich im Vorfeld darüber informiert, was Kollegen in ähnlichen Positionen verdienen? Sie wissen, wie viel Sie in Zukunft konkret verdienen wollen? Brutto, aber auch netto? Sie kennen die wirtschaftliche Lage Ihres Arbeitgebers? Sie können von persönlichen Erfolgen berichten und was diese dem Unternehmen gebracht haben? Gut, dann sind Ihre Vorbereitungen abgeschlossen. Jetzt bitten Sie Ihren Vorgesetzten um ein Feedback‐Gespräch. Tragen Sie Ihre gut vorbereiteten Argumente selbstbewusst und sachlich vor. Heben Sie sich ihr stärkstes Argument als Ass für den Abschluss des Gesprächs auf.

 

Und wenn es nicht klappt?

Bereiten Sie sich auch darauf vor, mit Ihrer Gehaltsverhandlung zu scheitern. Spielen Sie in Gedanken jedes Szenario durch, damit Sie im Gespräch auf keinen Fall unüberlegt reagieren. Vielleicht können Sie noch ein Sachbezug heraushandeln. Vielleicht müssen Sie aber auch akzeptieren, dass aus wirtschaftlichen Gründen keine Einigung möglich ist. Streben Sie dann wirklich einen Jobwechsel an? Finden Sie für jeden Fall eine gute Exit‐Strategie, mit der Sie das Scheitern schnell und nachhaltig bewältigen.

 

Brutto‐Netto‐Rechner

Wie viel verdienen Sie wirklich?
Das ist nicht nur abhängig von Ihren Steuern und Abgaben, sondern auch von individuellen Faktoren wie Alleinverdiener‐/Alleinerzieherabsetzbetrag, Anzahl Ihrer Kinder, Sachbezug oder Pendlerpauschale.


Der Brutto‐Netto‐Rechner hilft Ihnen bei der Berechnung: Hier erfahren Sie kostenlos, wie viel vom Brutto Ihnen netto ausbezahlt wird.

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